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Der Tod Moses

Mose stirbt 120 Jahre alt, wie die Schrift sagt, „auf den Befehl des Herrn.“ Dieser Befehl ist uns bekannt. Er wird 5. Mose 32, 48-52 zum letzten Mal wiederholt, unmittelbar bevor Mose den Stämmen Israels den Abschiedssegen gibt. „Steig auf das Gebirge Abarim und stirb auf dem Berge, auf den du steigen wirst!“ befielt ihm der Herr und begründet diesen Befehl noch einmal mit Angabe des Grundes, warum Mose das Land Kanaan nur sehen und nicht hinein kommen durfte: „Darum, weil ihr (Aaron und du) euch versündigt habt unter den Kindern Israels bei dem Haderwasser zu Kades in der Wüste Zin, da ihr mich nicht geheiligt habt unter den Kindern Israels.“ Wohl mochte Mose auch an sich selbst denken, wenn er im 90. Psalm klagt: „Das macht Dein Zorn, dass wir so vergehen und Dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen, denn unsere Missetat stellst Du vor Dich, und unsere unerkannte Sünde in das Licht Deines Angesichts.“ Wenn Gott die scheinbar kleine Sünde seines Knechtes mit früherem Tode bestraft, ist es dann zu verwundern, dass Er so viele von denen aus Israel, die Seinem Munde widerspenstig gewesen sind, so plötzlich dahingerafft hat?
Obwohl nun aber Mose in diesem Stück den Zorn des Herrn zu fühlen bekam (5. Mose 3, 26), dass er sein Leben beschließen mußte vor dem Einzug Israels in Kanaan, so trägt doch sein Ende nicht im Geringsten den Stempel eines Strafgerichts. Mose nahm nicht ein Ende mit Schrecken, wie so viele von denen, die zum Tode in der Wüste verurteilt worden sind; er starb nicht in der Wüste, sondern auf dem Berg, auf dem ihm das schöne Erbteil Israels entgegenwinkte. Sein Tod war kein trostloser Abschied, er schloß seine Augen mit hoffnungsvollem Blick in das Königreich des Herrn. Voll lebendiger Hoffnung stirbt der Knecht des Herrn. Sein Blick über dass ganze zukünftige Besitztum Israels ist ein wahrer Glaubensblick. Er sieht im Geiste dieses Volk, wie es siegreich auf den Höhen Kanaans einherschreitet; er sieht, wie Jehova König unter ihnen ist und in ihrer Mitte dort auf den Bergen von Jerusalem wohnt. Was will er mehr? Nun läßt der Herr seinen Diener in Frieden fahren, nachdem seine Augen das Heil Israels gesehen haben. Wurde ihm auch nicht jeder Wunsch erfüllt, so ist es doch gewiß, dass Mose zufrieden stirbt. Und wenn am Ende einem Menschen gar nicht jeder Wunsch erfüllt worden ist, ja nicht einmal der sehnlichste Wunsch, den er gekannt, wenn er am Ende nur zuletzt nach mühevoller Wanderung sein Haupt im Frieden niederlegen kann, so ist er nicht zu bedauern, selbst wenn er wie Mose das Ziel nicht erreicht, das er sich gesteckt hat. Für Mose hat also der Tod keine Bitterkeit, trotzdem er in einem gewissen Sinne auch für ihn ein Sold der Sünde ist. Auch bei uns wird es so sein, wenn wir wie Mose sterben werden in dem Herrn. Auch unser Tod wir ein Sold der Sünde sein, der uns nicht erspart werden kann. Es mag sogar ähnlich wie bei Mose der Tod eines Gläubigen auf sein besonderes Verschulden zurückzuführen sein, und doch darf man angesichts desselben getrost ausrufen: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“. Denn sterbe ich trotz meiner Sünden im Glauben an den Herrn Jesus Christus, der dem Tode ein Gift und der Hölle eine Pestilenz sein will, so bin ich des ewigen Lebens gleichwohl gewiß. Denn der Tod ist der Sünde Sold, aber die Gabe Gotte ist das ewige Leben in Christo Jesu unserem Herrn. Der Tod nimmt dem Gläubigen nur sein leibliches Leben, während Christus ihm dagegen das ewige Leben gibt und zu ihm spricht: „Wer überwindet, dem soll kein Unrecht geschehen von dem anderen Tod.“ Der leibliche Tod vollzieht an dem Gläubigen sein Recht ebenso gut, wie an jedem anderen Menschenkind, das wieder zur Erde werden muß, davon es genommen ist. Aber der andere Tod hat an diejenigen kein Recht, die durch Christus davon erlöst worden sind. Je lebendiger diese Gewißheit ist, je mehr sie die Bitterkeit des Todes vertreibt, desto seliger wird auch das Ende des Gläubigen sein.
Spurgeon legt hierfür ein beachtenswertes Zeugnis ab, wenn er am Schluß einer seiner Predigten sagt: „Brüder, wenn ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, so seid ihr bereit zu leben und bereit zu sterben. Wie oft werde ich doch an das Sterbebett eines unserer Gemeindeglieder gestellt! Schon hie und da habe ich zu mir selbst gesagt: „Ich werde gewiß einmal irgendwo ein Verzagtes treffen, es wird mir wohl hier und dort ein Kind Gottes begegnen, das in geistiger Umnachtung stirbt. Aber noch nicht eins habe ich getroffen! – Brüder, es ist ja möglich, dass ein Kind Gottes in der Verdunklung stirbt und trotzdem selig ist. Völlige Gewißheit ist nicht die Bedingung zur Seligkeit. Dennoch, merkt euch das, habe ich die vielen Jahre hindurch jedesmal gefunden, wenn ich ans Sterbebett eines Bruder oder einer Schwester aus unserer Gemeinde gekommen bin, dass sie mit der sicheren und festen Hoffnung, das Angesicht des Herrn in Herrlichkeit zu sehen, aus diesem Leben geschieden sind. Ich habe mich gewundert, dass dies so ausnahmslos der Fall gewesen ist und hebe es rühmend hervor. Sie haben oft zu mir gesagt, wenn sie gestorben sind. „Wir haben so gute Nahrung erhalten, dass wir wohl stark sein dürfen in dem Herrn!“ Ein Bruder sagte auf dem Sterbebett zu mir; „Ich zweifle nicht an meiner ewigen Seligkeit. Diese ganze lange und schmerzhafte Krankheit hindurch wurde mir mein Anteil an Christus durch keinen Schatten von Zweifel in Frage gestellt. Ich habe in Wahrheit völligste Seelenruhe genossen, während dieser Zeit; und, setzte er hinzu, „ das ist auch nichts als recht bei uns, die wir dem herrlichen Evangelium lauschen dürfen, denn die geistliche Nahrung, die wir erhalten, ist gut. Ich habe Sie nicht dreißig Jahre lang gehört und von der Bundestreue Gottes vernommen, um mit einer bloß zitternden Hoffnung zu sterben. ich weiß, an wen ich geglaubt habe und bin gewiß, dass er bewahren kann, was ich ihm anvertraut.“ Aus diesem Beispiel geht hervor, dass es die Gewißheit des ewigen Lebens ist, welche die Bitterkeit des Todes vertreibt. Mose stirbt getrost, denn er ist gewiß, dass Israel sein Erbteil erlangen wird, das ihm der Herr zugeschworen hat.
So angenehm, kann ihm der Tod nicht schwer gefallen sein. Gern schickte er sich zur letzten Reise an. „Mose stieg von der Ebene Moabs auf den Berg Nebo, auf die Spitze des Pisga“. Wir können uns freilich denken, dass diese lange Reise dem alten Mann beschwerlich war. Bergbesteigungen nimmt ein alter Mann nicht mehr zum Vergnügen vor und Mose machte diese Reise notwendigerweise ganz allein: Der Abschied vom Volk, das ja wusste, weshalb er ging, tat ihm selbst noch weher als dem Volk, das ihn doch dreißig Tag lang beweint hat. So mag auch unser Todesgang eine letzte beschwerliche Reise sein, dazu ein anderer uns gürtet und führt, da wir nicht hin wollen. Wird uns aber auch vielleicht eine letzte schwere Krankheit und ein harter Todeskampf erspart, so betreten wir doch sicherlich wie Mose die Todesbahn allein, und es ist Niemand von den Unsrigen, der mit uns kommt. So war es bei Mose, und doch ging er gerne den steilen Berg hinan. Wartete doch dort oben der Herr auf ihn und nahm ihn in seine Arme auf. Er wusste, dass wenn er oben angekommen sei, so habe er auch den letzten Staub von seinen Füßen ,den letzten Schweiß vom Angesicht gewischt um fortan mit den Herrn allein zu sein; freute er sich wohl nicht darauf?
Dort oben störte ihn niemand mehr im Umgang mit seinem Herrn. War es ihm einst in den 40 Tagen auf dem Berg Horeb so wohl gewesen, wie dachte er, muß es sein, wenn die Gemeinschaft mit dem Herrn ewiglich kein Ende nimmt. Was ihm der Herr einst noch versagt hatte, das stand ihm nun bevor; er sollte das Angesicht des Herrn schauen, der ihm einst gesagt hatte: „Kein Mensch wird leben, der mich sieht“.
Dieses Wort gibt uns eine Andeutung über Moses Todesart. Mose kann nicht an einer Krankheit gestorben sein, ebenso wenig an Altersschwäche, wenn es von ihm heißt: „Seine Augen waren nicht dunkel geworden, und seine Kraft nicht gewichen“ Vers 7. Woran starb er denn? Die jüdischen Ausleger sagen: „An einem Kuß von dem Mund des Herrn“. Diese liebliche Vorstellung stützt sich auf das wörtliche Verständnis von V. 5, wo es im Hebräischen heißt: „Und es starb daselbst Mose, der Knecht des Herrn, im Lande der Moabiter an dem Mund des Herrn.“ Das ist aber eine hebräische Redeweise und bedeutet soviel als: „Auf den Befehl des Herrn“ oder „nach dem Wort des Herrn.“ Immerhin kommt jene jüdische Auslegung der Wahrheit ziemlich nahe. Mose ist ohne Zweifel des allieblichsten und leichtesten Todes gestorben, den ein Mensch sterben kann; er ging im Anblick des Herrn seines Gottes sozusagen unbemerkt hinüber in die Ewigkeit. Der Herr hat ihm den Wunsch erfüllt, den Mose einst auf dem Berg ausgesprochen hat, Er hat ihm seine Herrlichkeit gezeigt, aber nach des Herrn Voraussage war dieser Anblick seiner Herrlichkeit für den Menschen zugleich der Tod. Aber o, was für ein seliger Tod ist das, sterben an dem Anblick des Herrn, wobei der Tod sozusagen nur zu einem Versinken im Meer der göttlichen Liebe und des ewigen Lebens wird! Wer so stirbt, der stirbt wohl; er schmeckt des Todes Bitterkeit ja kaum, er merkt es kaum, dass er wirklich stirbt, weil sein Tod der Übergang zu einer höheren Stufe des Leben wird. Dass Mose jedoch dem Leibe nach wirklich gestorben ist, geht aus der Bemerkung hervor, dass der Herr ihn begraben hat. Der Herr begrub ihn selbst oder ließ es durch seine Engel tun. Das beweisst, wie auch der Leib seiner Heiligen Ihm teuer ist, da dass Er ihn zu Auferstehung aufbewahrt. Er ließ Niemanden wissen, wo Mose begraben sei, und das war gut, sonst hätte man das Grab am Ende noch zum Gegenstand abergläubischer Verehrung gemacht.

Die Bani Israel in Palästina

Nach Musas Tod wurden weise Männer ausgesucht, die die Bani Israel in das versprochene Land Palästina führen sollten. Das Volk, das dort lebte, war inzwischen durch seine Götzendienerei furchtsam und kraftlos geworden. Die Menschen waren so voller Angst vor ihren selbstgemachten Götzen und bösen Geistern, dass sie alles taten, was die betrügerischen Götzenpriester von ihnen verlangten, ja, sie opferten sogar ihre eigenen Kinder. Allah hatte den Bani Israel befohlen, die Götzen zu zerstören, die Priester zu vertreiben und in Zukunft dafür zu sorgen, dass Allahs Gesetz in Palästina befolgt und das Land ein Beispiel für alle Nationen der Welt wird. Die Bani Israel hielten also Einzug in Palästina und gelangten bald an eine große befestigte Stadt, die sie belagerten. Die Bewohner leisteten nur wenig Widerstand, und bald hatten die Bani Israel die Stadtmauer erstürmt. Allah sprach zu den Bani Israel: „Tretet in diese Stadt ein und genießt die guten Dinge, die es da zu essen gibt, aber verhaltet euch den Leuten gegenüber nicht arrogant und ungerecht, sondern seid demütig und bescheiden und sprecht freundliche Worte und sagt „Hittatun“ (Vergebung), und ich will euch eure Fehler vergeben und euch viel Gutes geben.“ Aber die Anführer der Bani Israel wurden gierig und wollten nicht demütig und bescheiden sein. Sie verdrehten das Wort, das Allah zu ihnen gesprochen hatte, so dass ein anderes daraus wurde. Sie sagten nicht „Hittatun“ (Vergebung), sondern „Hintatun“ (Plünderung) und gaben den Befehl, die Stadt zu plündern und die Bewohner zu töten oder zu vertreiben. Die betrügerischen Götzenpriester aber ließen sie mitsamt ihren Götzen entkommen. Dann besetzten sie die Stadt, als wenn sie ein Recht darauf hätten. Aber nicht lange wohnten sie ungestört darin. Bald darauf brach eine Pestepidemie aus. Die gierigen Anführer, die das Volk zum Plündern aufgefordert und Allahs Wort verdreht hatten, wurden krank und starben. Allah wählte nun selbst die Männer aus, die das Volk in Zukunft führen sollten. In den kommenden Jahren vertrieben die Bani Israel alle Götzenpriester aus Palästina. Sie gründeten selbst Städte, unter ihnen die Stadt Jerusalem. Dort wurde die Lade mit den Gesetzestafeln aufbewahrt. Die Bani Israel bearbeiteten die Äcker und hielten Vieh. Jeden Samstag hielten sie Feiertag, den Sabbath. An diesem Tag durfte im ganzen Land niemand eine Arbeit anrühren. Sie versammelten sich, und der von Allah auserwählte Prophet las ihnen von den Gesetzestafeln vor und ermahnte sie, an Allah zu denken und Gutes zu tun. So ließ Allah das Volk, das jeder für schwach und unbedeutend gehalten hatte, im Land wohnen und schickte ihm Seinen Segen. Aber im Laufe der Zeit vergaßen die Bani Israel wieder, welchen Bund sie mit Allah gemacht hatten. Sie wollten nicht ständig an ihre Aufgabe erinnert werden, ein Vorbild für andere Völker zu sein, sondern wollten lieber viel Geld und Luxus erwerben. Statt die Schrift zu studieren und sich gegenseitig zum Guten zu ermahnen, wollten sie gedankenlosen Vergnügungen nachgehen. In einem Fischerdorf am Meer geschah es einmal, dass die Fischer eine ganze Woche lang nichts gefangen hatten. Als der Sabbath anbrach, gingen sie hinaus, um in ihrem Versammlungshaus zu beten. Auf einmal schaute einer von ihnen über das Meer und sah einen Schwärm Fische, die alle dicht an der Oberfläche schwammen und ab und zu aus dem Wasser sprangen. „Holt schnell eure Netze!“ rief er den anderen zu. Einige sagten: „Heute ist Sabbath. Da sollen wir nicht arbeiten, sondern an Allah denken und die Schrift lesen. Hat uns Allah nicht sechs Tage zum Fischen gegeben? Da können wir doch wenigstens am siebten Tag an Ihn denken und ihm für alles Gute danken und mit dem zufrieden sein, was Er uns gibt.“ Die meisten aber dachten nur an den Gewinn, den sie von den Fischen haben würden. Sie erwiderten: „Was haltet ihr uns lange Vorträge? Allah will uns vielleicht bestrafen, warum verbietet Er, am Sabbath zu arbeiten.“ Ohne weitere Rücksicht auf die warnenden Stimmen holten die Männer ihre Netze, schoben die Boote ins Wasser und fischten. Allah sprach: „Werdet zu Affen und Schwein, von der Menschheit verachtet und verstoßen.“ Gier und Liebe zum Luxus macht die Menschen schwach. Je mehr die Bani Israel ihren Bund mit Allah vergaßen, wie die Fischer in jenem Dorf, um vergänglichen Reichtum zu erwerben, um so weniger waren sie in der Lage, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen. Schon hatten die benachbarten Philister ihre Schwäche bemerkt und warteten auf eine günstige Gelegenheit, Palästina für sich zu erobern. Gleichzeitig fingen die Bani Israel auch an, sich anderen Völkern gegenüber hochmütig zu verhalten. Allah hatte sie als Vorbild für die Nationen auserwählt, aber sie taten so, als wenn sie deshalb vor allen Völkern besondere Ansprüche stellen könnten. Einige von ihnen behaupteten sogar, Allah hätte alle anderen Völker verdammt und nur ihnen das Paradies versprochen. Aber wenn sie aufrichtig gewesen wären, dann hätten sie sich nicht vor dem Tod gefürchtet und keinen Wert auf vergängliche Reichtümer gelegt. Vom Meer her griffen die Philister immer wieder Dörfer und Städte der Bani Israel an. Schließlich drangen sie sogar bis nach Jerusalem vor und raubten die Lade mit den Gesetzestafeln. Umsonst machte ein Prophet den Bani Israel Vorwürfe. Sie dachten sich alle möglichen Entschuldigungen aus, um nicht die Philister verfolgen und die Tafeln mit Allahs Gesetzen zurückholen zu müssen. So wenig Liebe hatten sie zu Allah und Seiner Offenbarung. Heimlich waren einige von Ihnen sogar froh, nicht mehr jeden Sabbath von diesen Tafeln eine Ermahnung vorgelesen zu bekommen. Endlich griffen die Philister wieder an und vertrieben die Bani Israel aus einem Teil ihrer Städte und Dörfer. Die Stammesältesten der Bani Israel sprachen zu ihrem Propheten: „Wenn wir wie andere Völker einen König hätten, dann würden wir schon in Allahs Weg kämpfen. Ernenne doch darum einen König für uns.“ Sie dachten nicht daran, dass sie ohne König viele Generationen lang in Palästina gelebt und ihre Großeltern sogar die Götzenpriester daraus vertrieben hatten. Allah hatte ihnen befohlen, ihre Angelegenheiten in gegenseitiger Beratung zu regeln und auf niemanden zu hören außer auf Ihn und Seinen Gesandten, so dass das auserwählte Volk nicht wieder von einem Tyrannen unterdrückt werden konnte, nachdem Allah es einmal aus der Macht des Pharao befreit hatte. Und nun kam dieses Volk und wollte einen König! Aber der Prophet kannte die Bani Israel gut und wusste, dass sie sich eigentlich nur eine Ausrede suchten, um sich um den Kampf herumzudrücken. Er antwortete: Meint ihr nicht, dass ihr trotzdem nicht kämpfen wollt, sogar wenn der Befehl von einem König erteilt wird?“ Aber die Ältesten der Bani Israel sprachen: „Wie können wir uns weigern, in Allahs Weg zu kämpfen, wo wir doch aus unserer Heimat und von unseren Familien vertrieben worden sind? Nur fehlt uns ein König, dem wir ins Feld folgen können.“ Das hätten sie sicher auch ohne König tun können und wussten es sehr wohl selbst. Der Prophet zog sich eine Zeitlang zurück, um zu beten, und als er schließlich wieder vor die Ratsversammlung der Ältesten trat, sprach er: „Allah hat Talut zu eurem König ernannt. Und nun folgt seinem Befehl.“ Talut war zwar ein großer und starker Mann, aber er gehörte dem kleinsten und schwächsten der zwölf Stämme an. Gleich wurden die Ältesten neidisch, denn jeder von ihnen wäre selbst gern König geworden, und sie protestierten: „Wie kann Talut unser König sein, wenn wir doch viel besser als er zu einem solchen Amt geeignet sind? Er hat ja nicht einmal viel Geld.“ Der Prophet erwiderte: „Allah hat ihn für euch auserwählt und ihm Weisheit und Kraft im Überfluß gegeben. Allah sorgt für alles, und Er weiß alles.“ Und er fuhr fort: „Als Zeichen dafür, dass Allah es so gelenkt hat, wird die Lade mit den Gesetzestafeln, die von Musa und Harun auf euch vererbt wurde, mit Frieden und Sicherheit zu euch zurückkommen. Dies soll ein Zeichen für euch sein, wenn ihr wirklich glaubt.“ Talut wusste wohl, dass die meisten Männer in seinem Heer nur mit halbem Herzen kämpften und bei der ersten Gelegenheit davonlaufen würden. Er wollte lieber mit einem kleinen, aber schlagkräftigen Heer ins Feld ziehen als mit einer großen Menge Feiglinge. Darum beschloß er, die Kämpfer zu prüfen. Allah hatte ihm gesagt, wie er das tun konnte: er beobachtete sie, als sie nach langem Marsch an einem Fluß vorbeikamen. Viele stürzten sich gierig auf das Wasser, um zu trinken. Nur wenige beherrschten sich und tranken höchstens ein bißchen Wasser, das sie mit der Hand schöpften. Der König schickte darauf alle, die sich unbeherrscht auf das Wasser gestürzt hatten, als kampfuntauglich zurück nach Hause, die anderen aber führte er dem Feind entgegen. Als sie aber den Fluß überquert hatten und weitermarschiert waren, wurden die meisten von ihnen mutlos und sprachen: „Wir können heute gegen Jalut und sein Heer nicht kämpfen.“ Nur ein paar Männer, die auf Allah vertrauten, erwiderten: „Wie oft hat Allah es schon so gelenkt, dass ein kleines Heer ein großes besiegt hat! Allah hilft den Standhaften.“

Als sie dem feindlichen Heer gegenübertraten, beteten sie: „Unser Herr, gieße Standhaftigkeit über uns aus und mach unsere Schritte fest. Steh uns bei gegen diejenigen, welche die Wahrheit ablehnen.“ Im Morgengrauen griff die kleine Schar mit viel Lärm die Philister an. Aus dem Schlaf aufgeschreckt, glaubten diese, ein viel größeres Heer hätte sie überrumpelt. Entsetzt ergriffen sie die Flucht und ließen dabei die Lade mit den Gesetzestafeln zurück. Talut und seine Männer kehrten damit nach Jerusalem zurück, zur großen Beschämung derjenigen unter den Bani Israel, die Allahs Gesetze nicht befolgen wollten und sich heimlich über den Verlust der Tafeln gefreut oder einfach Angst gehabt hatten, sie zurückzuholen.

Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, außer GOTT, und Muhammad ist sein Gesandter.“

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